Samstag, 9. April 2011

La La La La La La Laaaaaaaaaaaannnd

So nun haben wir den Anhänger vor unserem bald-nicht-mehr-Haus und als erstes mussten wir feststellen, dass der Anhänger alles ander als dicht ist. Gestern auf der Heimfahrt hat es ja geregnet und so ist nun Wasser drin. Thomas hat eine Tube Silikon gekauft und alles abgedichtet und das Teil dann mit Föhn und Ventilator ausgetrocknet.

Als erstes muss das Klavier rein weil es am schwersten ist. Wir haben unser Nachbarn organisiert die dann auch prompt in Schweiss ausgebrochen sind dabei. Aber nach einer guten halben Stunde stand das Klavier im Anhänger und wir waren mehr als erleichtert.
Thomas entpuppte sich als echter SuperKistenStapler und so schleppte ich die Kisten in die Garage und er verstaute alles mit einer Hochpräzision! Superteam wie wir sind, war am Abend der Anhänger voll bis auf den Kühlschrank. Aber wir fahren ja auch erst am 10. April los und daher kommt der Kühlschrank als letztes hinein.


Perfekt. Bis auf die Tatsache, dass wir einfach das Gefühl hatten das wir ein wenig schwer sind. Aber es gibt hier in Charters Towers eine 'öffentliche Waage' und so haben wir uns entschieden unsere Testfahrt geradewegs mit dem Wäägen zu verbinden.
So ruckelten wir dann los.... also ehrlich gesagt war mir dabei ein wenig mulmig. Wir haben ja ein Lastfahrzeug, aber auch das röhrte und kämpfte sich mir 40km/h erst mal die erste Kuppel hoch.... auch das Gezerre am Auto war nicht so angenehm.

Bei der 'öffentlichen Waage' handelt es sich um eine Rampe, da fährt man rauf und dann kann man das Gewicht ablesen - dies ist ein spezieller Dienst in Australien, den es eigentlich in jeder Ortschaft gibt, den Australien ist das 'Land der Anhänger'.
Der Dienst ist so speziell, dass der nicht bedient wird. Sogar so speziell, das es nicht mal eine Telefonummer geschweige denn eine Tafel mit öffnungszeiten gibt. Also muss es sich hiermit um einen sogenannten Geheimdienst handeln!

Na ja was erwarten wir hier in LaLaLand? ..... nichts..... ohh doch.....

MOMENT.... STOP......
Ich erwarte eigentlich, dass wenn ich einen Anhänger miete, für den ich extra 600km fahre, sich bei dem die Bremsen nicht heisslaufen und auch erwarte ich, dass die Kugellager ganz sind. Beides war hier nicht der Fall.
Als ich bei der Waage aussteig stieg mir ein Geruch in die Nase, den ich nur von sich-nicht-lösenden-Bremsen bei Zügen kenne. Ich hab Alarm geschlagen und Thomas hat sich dann beinahe die Hand angekokelt als er an die Radnabe fasste.

Wir fuhren sehr schweigsam nach Hause..... sehr schweigsam....

Hier ein Bild vom Innenraum des Trailers BEVOR wir ALLES wieder ausgepackt haben.

Ich weine nicht oft, aber ich weinte. Ich weinte sogar  ziemlich heftig.
Thomas war gottseidank der Fels in der Brandung, der mich tröstete und beruhigte.
Er war es dann auch, der wutentbrannt der U-Haul Firma anrief und die ganze Geschichte in deren Ohren keifte, mit dem Ergebniss, dass wir vollumfänglich unser Geld zurück vergütet bekommen - das mindeste was ich erwarte! LaLaLand hin oder her

Ich hab so genug von dieser "That'll do" Mentalität hier. Die Australier leben nach dem Motto:
Alles geht dann irgendwie..... irgendwann.... keine Ahnung wann aber irgendwann vielleicht, ach, vielleicht aber auch nicht... she'll be right.... that's the Australian Way....
In einem Satz: Auf NICHTS ist hier Verlass. 

Hier muss man alles selber machen, am besten selber bauen, sich selber informieren, sich selber schlau machen, sich selber erkundigen, selber nachfragen. Und auch dann meist funktioniert hier nichts auf Anhieb.
(Siehe auch unser Erlebnis mit der Bankmanagerin: http://dasjahr2010.blogspot.com/2010/09/wir-und-die-bankmanagerin.html)

Hier gibt es keinen Service der von alleine geht ausser einem: Die Steuern werden direkt abgezogen - das funktioniert.

Wie gehts weiter: Da Wocheneende ist, können wir leider nichts mehr organisieren, aber wir haben per Mail 4 Umzugsfirmen angefragt, denn ich hab Thomas gesagt: ich mach das nicht mehr selber. Auch wenn mich das 6000 Dollar kostet egal - ich hab die Nase derart gestrichen voll.... und das schlimmste.... als ich das Mail an die Umzugsfirma schrieb dachte ich folgendes.... was kostet wohl der Umzug zurück in die Schweiz.....





 

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